Menüs zeitlich planen: Aktiv/Inaktiv nach Uhrzeit oder Wochentag

Es ist 11:58 Uhr, der Hunger ist groß – und genau jetzt fragt der erste Gast nach dem Mittagsmenü. Du weißt, dass es heute ein Special gibt. Du weißt auch, dass es irgendwo im System steht. Aber während du noch suchst, zeigt der QR-Code am Tisch … die Abendkarte von gestern. Willkommen im kleinen Alltagschaos, das nicht an deinem Angebot scheitert, sondern am Timing.

Die gute Nachricht: Digitale Speisekarten können genau dafür gebaut sein. Mit einer einfachen Zeitsteuerung stellst du sicher, dass immer das richtige Menü sichtbar ist – automatisch. Kein „Hast du schon umgestellt?“, kein „Ups, der Preis war noch alt“, kein hektisches Korrigieren im Service. Stattdessen: Frühstück ist Frühstück, Lunch ist Lunch, Dinner ist Dinner – und dein Gast sieht, was du gerade wirklich anbietest.

Warum Zeitsteuerung sich sofort lohnt

Eine zeitlich geplante Speisekarte ist wie ein guter Schichtplan: Sie nimmt Druck raus, weil sie dich nicht zwingt, alles im Kopf zu behalten. Wenn Menüs automatisch aktiv oder inaktiv werden, reduzierst du typische Fehlerquellen im Tagesgeschäft. Du verhinderst, dass Gäste Angebote sehen, die gerade nicht gelten – und du vermeidest diese unangenehme Situation, in der du erklären musst, warum etwas „eigentlich“ nicht verfügbar ist, obwohl es genau so am Handy steht.

Außerdem macht Zeitsteuerung dein Angebot klarer. Und Klarheit ist nicht nur nett, sondern verkauft: Wer schneller versteht, was es gerade gibt, entscheidet schneller – und fühlt sich dabei besser geführt.

Der wichtigste Schritt passiert vor dem Klick: Dein Menü-Fahrplan

Bevor du Zeitfenster einstellst, brauchst du einen Fahrplan. Nicht kompliziert, nur ehrlich. Frag dich: Welche Menüs habe ich wirklich – und wann sollen sie sichtbar sein? Viele Betriebe überschätzen am Anfang die Menge. Du brauchst nicht zehn Menüs. Du brauchst ein System, das im Alltag funktioniert.

Ein guter Start ist, in „Tageszeiten“ zu denken: Frühstück, Lunch, Dinner, zusätzlich vielleicht eine kleine Saisonkarte oder eine Nachmittags-Schiene (Kuchen, Kaffee-Specials, Happy Hour). Wenn du das einmal sauber definierst, ist die technische Umsetzung fast schon Routine.

So baust du die Zeitsteuerung: In vier Schritten zum Autopilot

1) Menüs sauber trennen, statt alles in ein Mega-Menü zu stopfen

Lege pro Tageszeit ein eigenes Menü an. Das fühlt sich anfangs nach „mehr Verwaltung“ an, ist aber der Grund, warum Zeitsteuerung überhaupt entspannt funktioniert. Ein Lunch-Menü darf kurz sein. Eine Abendkarte darf erzählen. Eine Kuchenkarte darf verführen. Wenn alles in einem Menü steckt, wird die Zeitsteuerung schnell zur Bastellösung mit versteckten Kategorien.

2) Zeitfenster definieren: Uhrzeit, Wochentage und Gültigkeit

Jetzt gibst du jedem Menü ein klares Zeitfenster. Dabei sind zwei Ebenen wichtig: die Uhrzeit (z. B. 11:30–14:30) und die Tage (z. B. Montag bis Freitag). Wenn du zusätzlich mit Saison arbeitest, kannst du auch ein Start- und Enddatum nutzen – damit „Spargelkarte“ nicht bis November im System herumspukt.

Ein praktischer Tipp: Lege Zeitfenster so fest, wie der Betrieb wirklich läuft – nicht so, wie er auf dem Papier laufen sollte. Wenn Lunch offiziell bis 14:00 geht, aber du in der Realität bis 14:30 Gäste damit glücklich machst, dann plane auch so. Zeitsteuerung soll dich entlasten, nicht dich in Diskussionen treiben.

3) Übergänge mit Puffer planen, damit es nie „leer“ wirkt

Der häufigste Stolperstein ist der harte Wechsel: Punkt 14:00 ist das Lunch-Menü weg, aber Dinner startet erst um 17:00. Was sieht der Gast um 15:30? Nichts – oder das falsche Menü. Besser ist ein weicher Übergang. Entweder du lässt Lunch länger aktiv (Puffer), oder du hast ein kleines „All Day“-Menü (Snacks, Kaffee, Getränke), das als sicherer Boden immer sichtbar bleibt.

Wenn du nur ein Menü sichtbar haben willst, dann sorge dafür, dass dessen Zeitfenster den ganzen Tag abdecken. Wenn du mehrere parallel erlaubst, achte darauf, dass sie sich nicht widersprechen. Dein Ziel ist: Egal wann gescannt wird – es wirkt stimmig.

4) Testlauf wie ein Gast: Einmal scannen, einmal lächeln

Bevor du dich auf den Autopilot verlässt, mach einen Mini-Test. Stell die Uhrzeiten kurz auf „jetzt gleich“ (oder nutze Vorschau-Funktionen, falls vorhanden) und simuliere einen Tag: Was passiert vormittags? Was mittags? Was am Nachmittag? Öffne die Speisekarte am Handy, so wie Gäste sie öffnen: schnell, nebenbei, vielleicht bei hellem Licht. Wenn du dich dabei nicht sofort zurechtfindest, wird es ein Gast auch nicht.

Beispiel-Setup 1: Café – Frühstück am Morgen, Kuchen am Nachmittag

Ein Café lebt von Momenten: Der schnelle Kaffee früh, der Snack zu Mittag, der Kuchen am Nachmittag. Genau dafür ist Zeitsteuerung ideal, weil du damit die Bühne wechselst, ohne jedes Mal umzubauen.

Ein mögliches Setup sieht so aus: Das Frühstücksmenü ist täglich von 08:00 bis 11:30 aktiv. Das Lunch & Snacks-Menü läuft von 11:00 bis 14:30 – mit leichtem Überschnitt, damit niemand in der Übergangszeit „ins Leere“ scannt. Und ab 14:00 startet die Kuchen & Süßes-Karte, die bis 18:00 oder Schließzeit aktiv bleibt. Getränke kannst du entweder in jedes Menü integrieren oder als dauerhaftes Getränke-Menü parallel sichtbar lassen, wenn dein System das unterstützt.

Der Effekt: Gäste sehen am Nachmittag nicht mehr die Frühstücksbowl ganz oben, sondern genau das, worauf sie jetzt Lust haben. Und du musst nicht daran denken, „umzustellen“.

Beispiel-Setup 2: Restaurant – Mittagsmenü werktags, Dinner jeden Abend

Im Restaurant ist das Mittagsmenü oft ein eigenes Biest: andere Preise, andere Portionslogik, andere Erwartung. Wenn du es in die Abendkarte quetschst, wirkt es entweder unübersichtlich oder es verschwindet zwischen den Hauptgängen. Mit Zeitsteuerung ist es ein eigenständiger Auftritt – genau zur richtigen Zeit.

Ein solides Setup: Mittagsmenü (Mo–Fr) aktiv von 11:30 bis 14:30. Dazu ein kleines All Day-Menü (Getränke, Klassiker, vielleicht zwei Snacks), das täglich von 11:00 bis 23:00 aktiv bleibt, damit dein QR-Code immer etwas Sinnvolles zeigt. Die Abendkarte läuft täglich von 17:00 bis 22:30. Wenn du eine Saisonkarte hast, kannst du sie als zusätzliches Menü im gleichen Abend-Zeitfenster aktivieren – und nach Saisonende einfach deaktivieren, ohne dass du an der Abendkarte operieren musst.

So entstehen klare Erwartungen: Wer mittags scannt, bekommt mittags. Wer abends scannt, bekommt abends. Und du behältst trotzdem die Kontrolle über Klassiker und Getränke.

Typische Stolperfallen (und wie du sie elegant umgehst)

Feiertage und Ausnahmen: Wenn deine Küche an Feiertagen anders läuft, plane ein Sonder-Menü, das du kurzfristig aktivieren kannst. Ein System ist erst dann gut, wenn es Ausnahmen ohne Stress abfedert.

Zu viele Menüs: Wenn du mehr Zeit damit verbringst zu überlegen, welches Menü gerade aktiv ist, als Gerichte zu pflegen, ist die Struktur zu kleinteilig. Lieber weniger Menüs – dafür klar getrennt und sauber geplant.

Übergangszeiten ohne Angebot: Das wirkt für Gäste wie „da stimmt was nicht“. Baue Puffer ein oder nutze ein dauerhaftes Basis-Menü, damit der QR-Code nie ins Leere führt.

„Saison“ als Dauerzustand: Eine Saisonkarte soll kommen und gehen dürfen. Gib ihr ein Ablaufdatum oder einen klaren Deaktivierungsprozess, damit dein System nicht mit Altlasten voll läuft.

Mini-Checkliste: Ist dein Zeitplan wirklich gastfreundlich?

  • Gibt es zu jeder Uhrzeit mindestens ein sinnvolles Menü?
  • Haben Lunch und Dinner einen kleinen Puffer, damit Übergänge nicht hart wirken?
  • Sind Wochentage korrekt gesetzt (z. B. Mittagsmenü wirklich nur Mo–Fr)?
  • Hast du ein „Basis-Menü“ (Getränke/Klassiker), falls ein Spezial-Menü mal deaktiviert ist?
  • Hast du den QR-Code am Handy getestet – wie ein Gast, nicht wie ein Admin?

Fazit: Einmal planen, jeden Tag profitieren

Menüs zeitlich zu planen ist eine dieser Aufgaben, die sich nach „Setup-Arbeit“ anfühlt – und dann jeden Tag leise bezahlt macht. Du reduzierst Stress, vermeidest peinliche „Das gilt eigentlich nicht“-Momente und gibst Gästen automatisch die richtige Auswahl zur richtigen Zeit. Und das Beste: Wenn dein System einmal steht, kannst du es für neue Menüs einfach wiederverwenden – ob Saison, Events, Happy Hour oder Feiertage.

Wenn du heute starten willst: Lege zwei Menüs an (Lunch und Dinner), gib ihnen klare Zeitfenster mit Puffer – und teste einmal am Handy. Der Autopilot beginnt nicht mit Perfektion, sondern mit einem sauberen ersten Schritt.