Gedruckte Speisekarten haben einen heimlichen Zeitfresser eingebaut: Jede kleine Änderung fühlt sich an wie ein Mini-Projekt. Preise anpassen, ausverkaufte Gerichte markieren, ein neues Tagesgericht ergänzen – und plötzlich bist du wieder beim Druck, beim Laminieren oder beim hektischen Durchstreichen. Die gute Nachricht: Eine digitale Speisekarte kannst du heute so schlank aufsetzen, dass du sie in einer halben Stunde live bekommst. Und zwar so, dass Gäste sie gerne nutzen – ohne Zoomen, ohne Chaos, ohne „Wo finde ich denn die Getränke?“.
Diese Anleitung ist ein Quickstart. Du bekommst einen klaren Ablauf, der auch dann funktioniert, wenn du noch nie ein digitales Menü gebaut hast. Stell dir einen Timer auf 30 Minuten – und los.
Minute 0–3: Ziel festlegen (damit du nicht verzettelst)
Bevor du in Details abtauchst, klär kurz: Was soll das Menü heute können? Für den Start reichen zwei Ziele: 1) Gäste sollen schnell bestellen können und 2) du sollst Änderungen in Sekunden schaffen. Alles, was diesen beiden Zielen nicht dient (lange Design-Spielereien, fünf Schriftarten, perfekte Food-Fotos), parkst du für später. Dein erstes digitales Menü muss nicht perfekt sein – es muss funktionieren.
Minute 3–8: Menüstruktur bauen (die Gäste intuitiv finden)
Gäste scannen einen QR-Code meist am Tisch, mit einer Hand am Handy. Das bedeutet: mobile first. Je klarer die Struktur, desto entspannter die Auswahl. Nimm deine typischen Kategorien und halte sie simpel: Vorspeisen, Hauptspeisen, Desserts, Getränke. Wenn du mehr brauchst, dann lieber logisch erweitern (z. B. „Alkoholfrei“, „Bier“, „Wein“) statt eine endlose Liste zu machen.
Ein kleiner Trick, der sofort wirkt: Sortiere Kategorien nach dem realen Ablauf im Kopf der Gäste. Viele starten bei Getränken, andere bei Klassikern. Wenn du unsicher bist, nimm deine meistverkauften Themen nach vorne. Und: Gib Kategorien kurze Namen. „Signature Bowls & Healthy Choices“ sieht zwar schick aus, ist am Handy aber eher ein Stolperdraht.
Minute 8–15: Inhalte eintragen (Name, Beschreibung, Preis – kurz, aber appetitlich)
Jetzt kommt das Herzstück. Für jedes Gericht brauchst du zum Start nur drei Dinge: Name, kurze Beschreibung, Preis. Schreib die Beschreibung wie eine kleine Einladung – nicht wie eine Zutatenliste. Statt „Tomate, Mozzarella, Basilikum“ lieber „Klassischer Caprese mit sonnengereiften Tomaten, Mozzarella und frischem Basilikum“. Es ist derselbe Inhalt, aber völlig anderes Kopfkino.
Wenn du viele Gerichte hast, geh pragmatisch vor: Starte mit deinen Top-Sellern und den wichtigsten Getränken. Den Rest ergänzt du später. Ein digitales Menü ist kein Buchdruck – es ist lebender Inhalt.
Minute 15–20: Allergene & Hinweise ergänzen (ohne die Speisekarte zu überladen)
Viele Gäste achten auf Allergene, Unverträglichkeiten oder Ernährungsstile. Das ist nicht nur Service, sondern oft der Moment, in dem Vertrauen entsteht. Wichtig ist hier die Balance: Informationen sollen auffindbar sein, aber nicht alles optisch erschlagen.
Bewährt hat sich ein System aus klaren Kennzeichnungen: kurze Allergen- oder Intoleranz-Hinweise, gut sichtbar, aber dezent. Wenn deine Lösung es unterstützt, nutze Filter oder Icons (z. B. „vegan“, „glutenfrei“, „scharf“). Und wenn du dir bei Vorgaben unsicher bist: Formuliere Hinweise so, dass sie hilfreich sind, und kläre lokale Anforderungen in Ruhe nach – du kannst digitale Inhalte jederzeit nachschärfen.
Minute 20–24: Bilder hinzufügen (nur dort, wo sie wirklich verkaufen)
Bilder sind mächtig – aber nur, wenn sie schnell laden und appetitlich sind. Für den Start reichen 3–6 Bilder deiner „Zugpferde“: ein Signature-Gericht, ein Dessert, vielleicht ein Highlight-Drink. Achte darauf, dass die Dateien nicht riesig sind. Auf dem Handy zählt Geschwindigkeit, und niemand wartet gerne auf ein Menü, das lädt wie ein Urlaubsfotoalbum.
Wenn du gerade keine perfekten Fotos hast: lieber keine Bilder als schlechte. Alternativ funktionieren saubere, helle Aufnahmen vor neutralem Hintergrund oft besser als dunkle „Küchen-Schnappschüsse“.
Minute 24–27: Veröffentlichen (Link prüfen, Menü sichtbar machen)
Jetzt wird’s real: Stelle dein Menü online. Egal ob du eine eigene Menü-App nutzt (z. B. eine Lösung wie digital-menu.tech) oder eine andere Plattform – entscheidend ist, dass du am Ende einen stabilen Link hast, der auf jedem Handy gut aussieht. Öffne den Link einmal auf iPhone/Android (oder bitte kurz jemanden aus dem Team) und checke: Ist alles lesbar? Sind Preise eindeutig? Ist die Navigation logisch?
Minute 27–29: QR-Code erstellen (und zwar so, dass Gäste ihn wirklich scannen)
Der QR-Code ist dein Türöffner. Er sollte nicht nur „irgendwo“ sein, sondern einladend. Ein kleiner Satz direkt daneben wirkt Wunder: „Speisekarte scannen“ oder „Menü ansehen“. Je weniger Rätsel, desto mehr Scans. Platziere den Code dort, wo Gäste ihn ohnehin sehen: Tischaufsteller, Sticker an der Tischkante, Rechnungshalter – und gern zusätzlich an der Theke.
Wichtig: Teste den QR-Code unbedingt mit 2–3 unterschiedlichen Handys, bevor du druckst. Der schnellste Launch ist der, bei dem Gäste nicht als Erste den Beta-Test machen.
Minute 29–30: Der 60-Sekunden-Qualitätscheck
Bevor du den Timer stoppst, geh diese drei Fragen durch: Findet ein Gast in 10 Sekunden Getränke? Kann man Preise ohne Zoomen lesen? Ist klar, was vegane/glutenfreie Optionen sind? Wenn du überall „ja“ sagen kannst, bist du live – Glückwunsch. Den Feinschliff machst du ab jetzt im laufenden Betrieb.
Mini-Checkliste zum Abhaken
- Menükategorien sind kurz und logisch sortiert
- Top-Gerichte + wichtigste Getränke sind eingetragen
- Preise sind einheitlich formatiert (z. B. 12,90 €)
- Allergene/Unverträglichkeiten sind zumindest bei kritischen Gerichten angegeben
- Menü lädt schnell und ist am Handy gut lesbar
- QR-Code getestet (mindestens 2 Geräte)
Bonus: So bleibt dein digitales Menü dauerhaft „leicht“
Der größte Vorteil einer digitalen Speisekarte ist nicht der QR-Code – es ist die Routine. Plane dir zweimal pro Woche fünf Minuten ein: Ausverkauftes ausblenden, Preise prüfen, neue Aktionen kurz markieren. So bleibt dein Menü aktuell, ohne dass es sich nach Arbeit anfühlt. Und wenn du später weiter ausbauen willst, sind das die nächsten sinnvollen Schritte: Übersetzungen, Tageskarten nach Uhrzeit, saisonale Highlights, bessere Fotos und eine kleine Story pro Kategorie. Aber für heute gilt: online schlägt perfekt.
Wenn du möchtest, kannst du diese Anleitung direkt als internes Team-Protokoll nutzen: einmal durchgehen, Menü live stellen, QR-Code drucken – fertig. In 30 Minuten.